Häufig gestellte Fragen zu Lp(a)
Häufig gestellte Fragen zu Lp(a)
Internationale Leitlinien sehen Lp(a)-Werte unter 30 mg/dL (≈ 75 nmol/L) als niedriges Risiko an. Werte über 50 mg/dL (≈ 125 nmol/L) gelten als erhöht und sind mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.
Weil Lp(a) genetisch festgelegt ist, bleibt der persönliche Wert meist über das ganze Leben relativ stabil. Das bedeutet: Ein einzelner Test reicht häufig aus, um das langfristige Risiko einzuschätzen.
Nein. Ihr Lp(a)-Wert wird durch Ihre Gene bestimmt und verändert sich nicht durch Ernährung, Sport oder Nahrungsergänzungsmittel.
Aber: Sie können Ihre allgemeine Herzgesundheit beeinflussen. Eine mediterrane Ernährung – viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Nüsse, Fisch und Olivenöl – unterstützt die Gefäße und hilft, LDL-Cholesterin zu senken. Das kann einen Teil des zusätzlichen Risikos durch erhöhtes Lp(a) ausgleichen.
Das kann sinnvoll sein – vor allem, wenn in Ihrer Familie frühe Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorkommen oder wenn bei Ihnen selbst ein hoher Lp(a)-Wert festgestellt wurde.
Weil Lp(a) vererbt wird, haben Kinder oft ähnliche Werte wie ihre Eltern. Ein einzelner Test im Kindes- oder Jugendalter reicht in der Regel aus, da sich der Wert später kaum verändert.
Ja. Auch wenn Ihr LDL-Cholesterin niedrig ist, kann ein erhöhter Lp(a)-Wert Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Lp(a) kann Entzündungen fördern, Arterien verkalken lassen und die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen – unabhängig von anderen Cholesterinwerten. Deshalb gilt Lp(a) als eigenständiger Risikofaktor.
In den meisten Fällen reicht eine Messung im Leben aus, weil der Lp(a)-Wert genetisch festgelegt und über die Zeit stabil ist. Eine erneute Messung kann sinnvoll sein, wenn Sie an einer klinischen Studie teilnehmen oder wenn neue, genauere Testmethoden verfügbar werden.
- Ein hoher Lp(a)-Wert kann zu Folgendem beitragen:
- Atherosklerose (Verhärtung und Verengung der Arterien)
- Erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen)
- Herzinfarkt, Schlaganfall oder Aortenklappenstenose
Auch bei gesunder Lebensweise kann Ihr Risiko erhöht sein. Deshalb ist es wichtig, andere Risikofaktoren wie LDL-Cholesterin, Blutdruck und Blutzucker so gut wie möglich im Zielbereich zu halten.
Derzeit gibt es keine zugelassenen Medikamente, die Lp(a) gezielt und zuverlässig senken. Weltweit wird jedoch intensiv an neuen Wirkstoffen geforscht, die die Produktion von Lp(a) in der Leber blockieren. Erste Studien zeigen, dass sich Lp(a) damit um mehr als 80 % senken lässt.
In seltenen Fällen kann eine Lipoprotein-Apherese eingesetzt werden – ein Verfahren, bei dem das Blut gefiltert wird, um unter anderem Lp(a) zu entfernen. Dieser Effekt ist allerdings nur vorübergehend und wird meist nur bei sehr hohen Risiken genutzt.
Noch nicht überall. In vielen Fällen wird Lp(a) nur bestimmt, wenn es einen konkreten Anlass gibt – zum Beispiel eine familiäre Vorgeschichte mit früher Herzkrankheit oder ein Herzinfarkt ohne erkennbare Ursache.
Immer mehr Fachleute empfehlen jedoch, dass jede erwachsene Person ihren Lp(a)-Wert mindestens einmal im Leben bestimmen lassen sollte, als Teil der individuellen Risikobeurteilung.
Auch wenn Sie Ihren Lp(a)-Wert selbst nicht direkt senken können, können Sie Ihr Gesamtrisiko deutlich reduzieren, indem Sie:
- Ihr LDL-Cholesterin so niedrig wie möglich halten.
- Nicht rauchen.
- Sich herzgesund ernähren (mediterrane Ernährung).
- Sich mindestens 120 bis 150 Minuten pro Woche körperlich bewegen.
- Blutdruck und Blutzucker regelmäßig kontrollieren.
Ein gesundes Körpergewicht ist wichtig für Herz und Gefäße. Es hat jedoch kaum Einfluss auf den Lp(a)-Wert. Lp(a) ist genetisch bedingt. Das bedeutet: Auch schlanke, sportliche Menschen mit normalem Gewicht können erhöhte Lp(a)-Werte haben.
Trotzdem bleibt ein normales Gewicht wichtig, weil es andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Blutzucker und LDL-Cholesterin günstig beeinflusst – und so das Gesamtrisiko senkt.
Für Nahrungsergänzungsmittel wie Omega-3-Fettsäuren, Niacin oder Roten Reis gibt es keine überzeugenden Belege, dass sie den Lp(a)-Wert dauerhaft senken. Diese Mittel können andere Blutfette beeinflussen (z. B. LDL-Cholesterin oder Triglyzeride), aber sie haben wenig bis keinen Einfluss auf das genetisch festgelegte Lp(a).
Sie können die allgemeine Herzgesundheit unterstützen – aber sie sind keine gezielte Lösung für erhöhtes Lp(a).
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