Lp(a) bei Frauen
Mehr Aufmerksamkeit für die Herzgesundheit in jeder Lebensphase
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache bei Frauen – noch vor Brustkrebs. Trotzdem wird das Risiko bei Frauen häufig spät erkannt, weil sich Beschwerden anders äußern als bei Männern.
Genetische Faktoren wie erhöhte Lipoprotein(a)-Werte (Lp(a)) spielen dabei eine größere Rolle, als viele Frauen denken. Während Schwangerschaft, Wechseljahren und anderen hormonellen Umstellungen verändern sich Hormonspiegel, Blutdruckregulation und Fettstoffwechsel. Diese Veränderungen können die Blutgefäße anfälliger machen. Deshalb ist eine frühzeitige Bestimmung von Lp(a) – besonders bei familiärer Vorbelastung – so wichtig.
Wussten Sie schon…
- Etwa jede fünfte Frau hat einen erhöhten Lp(a)-Wert.
- Frauen mit hohem Lp(a) haben ein bis zu dreifach erhöhtes Risiko, nach den Wechseljahren eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln.
- Herzprobleme treten bei Frauen im Schnitt etwa 10 Jahre später auf als bei Männern, sind dann aber oft schwerer.

Warum Lp(a) Frauen anders betrifft
Erhöhte Lp(a)-Werte kommen bei Frauen genauso häufig vor wie bei Männern, aber die Auswirkungen können unterschiedlich sein. Während der fruchtbaren Jahre schützt das Hormon Östrogen die Gefäßwände vor Verkalkung und Entzündung.
Nach den Wechseljahren lässt dieser Schutz nach. Wenn der Lp(a)-Wert dann hoch ist, kann dies die Entstehung von Atherosklerose beschleunigen – selbst bei Frauen, die gesund leben.
Lp(a) kann außerdem eine Rolle bei Schwangerschaftskomplikationen spielen, zum Beispiel bei Präeklampsie (Bluthochdruck und Eiweiß im Urin während der Schwangerschaft) oder bei frühen Herz-Kreislauf-Problemen nach der Geburt.
Frauen sollten ihren Lp(a)-Wert testen lassen, wenn sie:
- Vor dem 60. Lebensjahr Herz- oder Gefäßerkrankungen entwickeln.
- Eine familiäre Vorgeschichte mit Herzinfarkt oder Schlaganfall haben.
- Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie erlebt haben.
- Nach den Wechseljahren einen deutlichen Anstieg von Cholesterin oder Blutdruck bemerken.
Was Frauen tun können
Auch wenn sich der Lp(a)-Wert nicht durch Ernährung oder Lebensstil verändern lässt, können Frauen aktiv etwas für ihr Herz tun:
- Lassen Sie Ihren Lp(a)-Wert testen. Ein einzelner Bluttest kann sofort Klarheit geben.
- Achten Sie auf Warnzeichen wie Atemnot, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schmerzen zwischen den Schulterblättern – diese können bei Frauen Herzprobleme anzeigen.
- Bewegen Sie sich regelmäßig und orientieren Sie sich an einer mediterranen Ernährungsweise.
- Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Lp(a) und Ihre familiäre Vorgeschichte – besonders, wenn Herzkrankheiten in Ihrer Familie vorkommen.
Warum das wichtig ist
Wer Lp(a) bei Frauen frühzeitig berücksichtigt, kann Herz Kreislauf Erkrankungen früher erkennen und vorbeugen. Die Lp(a)-Messung sollte Teil einer modernen, persönlichen Herzvorsorge sein – nicht erst, wenn Beschwerden auftreten, sondern um sie zu verhindern.
Ein einfacher Bluttest kann zeigen, ob eine genetische Veranlagung mitbeteiligt ist. Dieses Wissen schafft Sicherheit – und ermöglicht es, frühzeitig herzgesunde Entscheidungen zu treffen.
Quellen
Wissenschaftliche Quellen und medizinische Referenzen. Die Informationen auf dieser Seite zu Lipoprotein(a), geschlechtsspezifischen Unterschieden, hormonellen Einflüssen, Schwangerschaftskomplikationen und dem kardiovaskulären Risiko bei Frauen basieren auf folgenden zentralen Fachpublikationen:
European Heart Journal
Übersichtsarbeiten und Konsensuspapiere zu Lipoprotein(a), geschlechtsspezifischen Unterschieden im kardiovaskulären Risiko, hormonellen Einflüssen (Östrogen, Menopause) sowie Atherosklerose und Aortenklappenverkalkung bei Frauen.
https://academic.oup.com/eurheartjCirculation
Klinische Studien und Übersichtsarbeiten zu Lipoprotein(a), Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen, Schwangerschaftskomplikationen (z. B. Präeklampsie) und dem langfristigen kardiovaskulären Risiko.
https://www.ahajournals.org/journal/circ
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