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Lp(a) Testen

Alles, was Sie über die Messung von Lipoprotein(a) wissen müssen

Lipoprotein(a), oder Lp(a), ist eine genetisch bedingte Form von Cholesterin, die zunehmend als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen anerkannt wird. Weil Ihr Lp(a)-Wert bereits von Geburt an festgelegt ist und sich im Laufe des Lebens kaum verändert, reicht oft ein einziger Test aus, um Ihr lebenslanges Risiko einzuschätzen.

Viele Menschen kennen ihren Lp(a)-Wert nicht, weil dieser normalerweise nicht Teil eines Standard-Cholesterintests ist. Ein Lp(a)-Test ist einfach, zuverlässig und kann eine entscheidende Rolle bei der frühen Erkennung und Vorbeugung von Herz- und Gefäßerkrankungen spielen.

Warum die Messung von Lp(a) wichtig ist

Viele Menschen lassen regelmäßig ihr Cholesterin prüfen, aber nur wenige wissen, dass es auch eine genetisch bedingte Form von Cholesterin gibt: Lipoprotein(a), kurz Lp(a). Diese besondere Form von Cholesterin kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen – selbst dann, wenn alle anderen Cholesterinwerte im Normalbereich liegen.

Bei einer üblichen Cholesterinmessung werden in der Regel vier Werte bestimmt:

  • LDL-Cholesterin („schlechtes“ Cholesterin) – transportiert Fette von der Leber in den Körper. Zu viel LDL kann sich in den Arterienwänden ablagern und zu Verengungen und Atherosklerose führen.
  • HDL-Cholesterin („gutes“ Cholesterin) – hilft dabei, überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßen abzutransportieren und zur Leber zurückzubringen, wo es abgebaut wird. Ein höherer HDL-Wert ist daher günstig.
  • Triglyzeride – fettähnliche Stoffe, die als Energiereserve dienen. Hohe Triglyzeridwerte können, ähnlich wie LDL, das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen.
  • Gesamtcholesterin – die Summe aller Cholesterinarten zusammen. Ein hoher Gesamtwert allein sagt wenig aus, denn entscheidend ist das Verhältnis zwischen LDL und HDL.

Was in diesem Standardprofil jedoch oft fehlt, ist die Messung von Lipoprotein(a), also Lp(a).

Warum sollte Lp(a) zusätzlich gemessen werden?

Lp(a) ist eine genetische Variante von LDL-Cholesterin. Es enthält ein zusätzliches Eiweiß namens Apolipoprotein(a), das das Risiko für Gefäßverkalkung, Entzündungen und Blutgerinnsel erhöht.

Ein erhöhter Lp(a)-Wert kann also ein zusätzliches Risiko darstellen – selbst dann, wenn alle anderen Cholesterinwerte normal sind.

Wenn Sie Lp(a) zusammen mit Ihrem normalen Fettstoffwechselprofil messen lassen, erhalten Sie ein vollständigeres Bild Ihrer Herzgesundheit. In manchen Fällen zeigt sich: Das LDL ist nicht dramatisch hoch, aber das Risiko ist trotzdem klar erhöht – wegen Lp(a).

Die wichtigsten Gründe, Lp(a) testen zu lassen:

  • Ein hoher Lp(a)-Wert verursacht keine Symptome. Viele Menschen wissen daher nicht, dass ihr Wert erhöht ist.
  • Lp(a) kann erhöht sein, auch wenn alle anderen Cholesterinwerte im Normbereich liegen.
  • Ein erhöhter Lp(a)-Wert steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen etwa um das Zwei- bis Vierfache.
  • Der Wert verändert sich nicht durch Lebensstil oder Diät. Ein einmaliger Test reicht daher meist aus.
  • Wenn ein hoher Lp(a)-Wert früh entdeckt wird, können gezielte Vorsorgemaßnahmen eingeleitet werden – und Familienmitglieder können informiert und gegebenenfalls ebenfalls getestet werden.
  • Ein Lp(a)-Test liefert also ein umfassenderes Bild Ihres kardiovaskulären Risikos und macht genetische Risiken sichtbar, lange bevor Beschwerden auftreten.

Wie funktioniert ein Lp(a)-Test?

Ein Lp(a)-Test ist ein Bluttest, der die Menge an Lipoprotein(a) im Blut misst. Er kann entweder mithilfe eines zertifizierten Fingerstich-Heimtests oder durch eine Blutabnahme in einer Praxis oder einem Labor durchgeführt werden. In beiden Fällen erfolgt die Analyse in einem akkreditierten Labor.

Das Ergebnis zeigt, wie viele Lp(a)-Partikel im Blut vorhanden sind. Übliche Einheiten sind:

  • nmol/L (Nanomol pro Liter) – beschreibt die Anzahl der Lp(a)-Partikel.
  • mg/dL (Milligramm pro Deziliter) – beschreibt die Masse von Lp(a) im Blut.

Labore verwenden dafür immunologische Messverfahren, die gezielt das Eiweiß Apolipoprotein(a) bestimmen. Die Ergebnisse liegen in der Regel nach wenigen Tagen vor.

Test zu Hause oder in der Praxis

Sowohl der Heimtest als auch die Messung durch die Ärztin oder den Arzt liefern verlässliche Ergebnisse. Welche Variante am besten geeignet ist, hängt von Ihrer Situation und Ihren Wünschen ab.

Heimtest

Ein Lp(a)-Heimtest basiert auf einem kleinen Tropfen Blut aus der Fingerkuppe. Er kann Teil eines erweiterten Lipidprofils sein, das auch Gesamtcholesterin, LDL, HDL und Triglyzeride umfasst.

  • Die Probe wird in einem akkreditierten Labor ausgewertet.
  • Kein Termin nötig, schnelle Rückmeldung – oft per Post oder über ein sicheres Online-Portal.
  • Voraussetzung ist, dass der Test CE-zertifiziert ist und korrekt durchgeführt wird.

Praxistest / Labortest

Der Test kann auch ganz klassisch durch eine Blutabnahme in der Hausarztpraxis oder in einem Blutentnahmezentrum erfolgen.

  • Die Qualität ist sehr hoch, da strenge Kontroll- und Validierungsverfahren gelten.
  • Der Test kann gleichzeitig mit einem vollständigen Fettstoffwechselprofil gemacht werden (Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Triglyzeride).
  • Diese Form eignet sich besonders gut für medizinische Beurteilung, Risikoeinschätzung oder Verlaufskontrolle.

Fazit

Beide Wege sind sinnvoll. Ein Heimtest bietet Komfort, Schnelligkeit und einen guten ersten Überblick. Ein Labortest über die Ärztin oder den Arzt liefert zusätzlich individuelle Einordnung und medizinische Beratung. Für viele Menschen ist der Heimtest ein sinnvoller erster Schritt, um den eigenen Lp(a)-Wert kennenzulernen.

Was bedeuten die Lp(a)-Testergebnisse?

Internationale Referenzbereiche:

  • < 75 nmol/L (oder < 30 mg/dL) → normales Risiko
  • 75–125 nmol/L (30–50 mg/dL) → moderat erhöhtes Risiko
  • 125 nmol/L (oder > 50 mg/dL) → erhöhtes Risiko
  • 250 nmol/L (oder > 100 mg/dL) → deutlich erhöhtes Risiko (oft genetisch bedingt)

Ihr Ergebnis zeigt, wie Ihr genetisches Herz-Kreislauf-Risiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung einzuordnen ist. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann diesen Wert zusammen mit weiteren Faktoren wie LDL-Cholesterin, Blutdruck, Blutzucker und familiärer Vorgeschichte betrachten, um Ihr Gesamtrisiko einzuschätzen.

Wann und wie oft sollte man Lp(a) testen?

Weil Lp(a) genetisch festgelegt ist, reicht die Messung in den meisten Fällen einmal im Leben aus. Der Wert ändert sich nicht wesentlich durch Alter, Ernährung oder gängige Medikamente.

Eine erneute Messung kann sinnvoll sein, wenn:

  • Neue, genauere Testmethoden verfügbar werden.
  • Sie an einer klinischen Studie teilnehmen oder eine Therapie erhalten, die Lp(a) gezielt senken soll.
  • In Ihrer Familie kürzlich erhöhte Lp(a)-Werte nachgewiesen wurden und ein erbliches Risiko vermutet wird.

Für Menschen mit sehr hohen Lp(a)-Werten und familiärer Vorbelastung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfehlen Ärztinnen und Ärzte oft eine regelmäßige Kontrolle des gesamten Fettstoffwechselprofils (LDL, HDL, Triglyzeride, Gesamtcholesterin). So können Veränderungen früh erkannt und rechtzeitig behandelt werden.

Quellen

Wissenschaftliche Quellen und medizinische Referenzen. Die Informationen auf dieser Seite zur Messung von Lipoprotein(a), genetischem kardiovaskulärem Risiko und zur Interpretation von Lp(a)-Werten basieren auf anerkannten wissenschaftlichen Studien, Leitlinien und Fachpublikationen.

European Atherosclerosis Society (EAS)
Konsensus-Empfehlungen zur Messung von Lipoprotein(a), Risikoschwellen und klinischer Einordnung.
https://eas-society.org/page/lipoproteina-consensus

European Heart Journal
Übersichtsarbeiten zu genetischer Stabilität von Lp(a), Testempfehlungen und klinischer Relevanz.
https://academic.oup.com/eurheartj

Journal of Clinical Lipidology
Praxisorientierte Leitartikel zu Messmethoden (nmol/L vs. mg/dL), Immunoassays und Interpretation von Lp(a)-Testergebnissen.
https://www.lipidjournal.com

American College of Cardiology (ACC)
Fachliche Einordnung von Lipoprotein(a) in der kardiovaskulären Risikobewertung und Prävention.
https://www.acc.org/latest-in-cardiology/articles/lipoproteina

European Society of Cardiology (ESC)
Leitlinien zur kardiovaskulären Prävention und zum Umgang mit genetischen Risikofaktoren wie Lipoprotein(a).
https://www.escardio.org/Guidelines

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