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Lp(a) und Schwangerschaft

Genetisches Risiko und zusätzliche Belastung für Herz und Gefäße während der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft muss der Körper mehr leisten: Das Herz pumpt mehr Blut, die Gefäße stehen unter höherem Druck, der Stoffwechsel verändert sich. Bei Frauen mit erhöhtem Lp(a)-Wert kann diese zusätzliche Belastung das Risiko für bestimmte Komplikationen erhöhen, zum Beispiel für Bluthochdruck, Präeklampsie und eine eingeschränkte Durchblutung der Plazenta.

Was die Forschung zeigt

  • Etwa jede fünfte Frau hat einen erhöhten Lp(a)-Wert.
  • Frauen mit hohem Lp(a) haben ein bis zu doppelt so hohes Risiko, eine
  • Präeklampsie zu entwickeln (Bluthochdruck und Eiweiß im Urin während der Schwangerschaft).

Große Studien sehen außerdem Zusammenhänge zwischen erhöhtem Lp(a) und Frühgeburt oder vermindertem Blutfluss zur Plazenta.

Frauen mit hohem Lp(a) haben später im Leben – besonders nach den Wechseljahren – ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Warum das wichtig ist

Ein erhöhter Lp(a)-Wert verursacht keine Beschwerden. In der Schwangerschaft können genetische Herz-Kreislauf-Risiken jedoch sichtbarer werden, weil das Herz stärker arbeiten muss und der Blutdruck natürlicherweise ansteigt.

Deshalb empfehlen viele Expertinnen und Experten, Lp(a) bei Frauen zu testen, die:

  • In einer früheren Schwangerschaft Präeklampsie oder schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck hatten.
  • Eine Frühgeburt erlebt haben oder ein Kind mit sehr niedrigem Geburtsgewicht bekommen haben.
  • Eine familiäre Vorgeschichte mit frühen Herz- oder Gefäßerkrankungen haben.

Die Schwangerschaft selbst verursacht keinen hohen Lp(a)-Wert. Sie kann jedoch ein bereits vorhandenes genetisches Risiko „sichtbar machen“, das sonst unentdeckt geblieben wäre.

Quellen
Wissenschaftliche Quellen und medizinische Referenzen. Die Informationen auf dieser Seite zu Lipoprotein(a), Schwangerschaft, Präeklampsie, plazentarer Durchblutung und dem langfristigen kardiovaskulären Risiko bei Frauen basieren auf folgenden zentralen Fachpublikationen:

  • Circulation
    Übersichtsarbeiten und klinische Studien zu Schwangerschaftskomplikationen (u. a. Präeklampsie, schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck), Gefäßfunktion während der Schwangerschaft und dem Zusammenhang mit späterem Herz-Kreislauf-Risiko.
    https://www.ahajournals.org/journal/circ

  • European Heart Journal
    Wissenschaftliche Publikationen zu Lipoprotein(a), genetischem kardiovaskulärem Risiko, geschlechtsspezifischen Unterschieden sowie zur Rolle von Lp(a) bei Plazentadurchblutung, Atherosklerose und späterer Herz-Kreislauf-Erkrankung.
    https://academic.oup.com/eurheartj

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