Was ist Lp(a)?
Alles über Lipoprotein(a) und Ihre Herzgesundheit
Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein Partikel im Blut, das Cholesterin transportiert. Ihr Lp(a)-Wert wird durch Ihre Gene bestimmt. Obwohl Lp(a) dem bekannten LDL-Cholesterin ähnlich sieht, ist seine Struktur anders – und seine Wirkung im Körper ebenfalls.
Lp(a)-Werte sind überwiegend genetisch bedingt und verändern sich durch Ernährung, Lebensstil oder Sport kaum. Deshalb gilt Lp(a) als ein eigener, unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – zusätzlich zu anderen Faktoren wie Bluthochdruck, Rauchen oder Diabetes.
Was genau ist Lipoprotein(a)?
Lp(a) ist ein komplexes Partikel, das aus zwei Hauptbestandteilen besteht:
- Einem LDL-Partikel (Low-Density Lipoprotein), das Cholesterin durch den Körper transportiert.
- Einer zusätzlichen Eiweißkomponente namens Apolipoprotein(a), die fest an dieses LDL-Partikel gebunden ist.
Diese besondere Struktur unterscheidet Lp(a) vom normalen LDL-Cholesterin und erklärt, warum Lp(a) ein höheres Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen darstellt.
Genetisch festgelegt und lebenslang stabil
Die Menge an Lp(a) in Ihrem Blut wird durch Ihre DNA bestimmt, insbesondere durch das LPA-Gen. Jeder Mensch wird mit einem bestimmten Lp(a)-Spiegel geboren, der ab dem frühen Leben weitgehend stabil bleibt.
Das bedeutet: Lebensstil, Ernährung oder gängige Medikamente haben nur sehr wenig Einfluss auf Lp(a). Ein einziger Bluttest reicht in der Regel aus, um festzustellen, ob Ihr Wert erhöht ist – und damit Ihr Risiko. Wer hohe Lp(a)-Werte hat, behält diese meist lebenslang. Frühe Kenntnis ist daher entscheidend.
Die Rolle von Lp(a) im Blut
Lp(a) erfüllt mehrere Funktionen im Körper. Wenn die Konzentration jedoch zu hoch ist, kann es Herz und Gefäße schädigen.
- Transport von Fetten und Cholesterin
Wie LDL-Cholesterin transportiert auch Lp(a) Fette und Cholesterin durch den Blutkreislauf. Bei zu hohen Lp(a)-Werten können sich diese Partikel in den Arterienwänden ablagern – besonders dort, wo Gefäße bereits leicht geschädigt oder entzündet sind.
- Beitrag zur Plaque-Bildung in den Arterien
Die Eiweißkomponente Apolipoprotein(a) macht Lp(a) „haftender“ als normales LDL-Cholesterin. Dadurch kann sich Lp(a) leichter an die Gefäßwände anlagern, Entzündungen auslösen und die Bildung von Fettablagerungen (Plaques) fördern. Mit der Zeit verengen diese Plaques die Arterien und mindern die Durchblutung von Herz und Gehirn.
- Einfluss auf die Blutgerinnung
Lp(a) ähnelt stark einem natürlichen Eiweiß namens Plasminogen, das normalerweise hilft, Blutgerinnsel aufzulösen. Aufgrund dieser Ähnlichkeit kann Lp(a) diesen Prozess stören. Gerinnsel werden langsamer abgebaut, das Risiko für Gefäßverschlüsse steigt, und damit das Risiko für Thrombosen, Herzinfarkt oder Schlaganfall.
- Entzündungen und Oxidation
Lp(a)-Partikel enthalten sogenannte oxidierte Phospholipide (OxPLs), die die Gefäßwände reizen und entzünden. Diese Entzündung kann Ablagerungen in den Arterien instabil machen. Wenn eine solche Ablagerung aufreißt, kann ein Gefäß plötzlich verstopfen – mit möglichen Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Zusammengefasst
Lp(a) ist mehr als nur „ein Cholesterinwert“. Es kann Entzündungen auslösen, Plaque-Aufbau fördern und die Auflösung von Blutgerinnseln behindern. Zusammengenommen erhöht das deutlich das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Wenn Sie Ihren Lp(a)-Wert kennen, verstehen Sie Ihr genetisches Herzrisiko besser und können frühzeitig gezielte Maßnahmen zum Schutz Ihrer Herzgesundheit ergreifen.

Die Bedeutung von Lp(a) für die Herzgesundheit
Lipoprotein(a), oder Lp(a), ist ein Cholesterinpartikel, das weitgehend genetisch bestimmt ist. Hohe Lp(a)-Werte gelten mittlerweile als einer der wichtigsten – aber oft übersehenen – Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Anders als LDL-Cholesterin ist Lp(a) vererbt und bleibt im Laufe des Lebens relativ konstant. Änderungen im Lebensstil wie Ernährung oder Bewegung senken es kaum.
Erhöhtes Lp(a) kann das Risiko für folgende Probleme deutlich steigern:
- Herzinfarkt – auch bei Menschen mit normalen Cholesterinwerten
- Kalkablagerungen an der Aortenklappe (Aortenklappenstenose), die das Herz langfristig belasten können
- Verengte Arterien oder Schlaganfall in ungewöhnlich jungem Alter
Lp(a) ist kein Standardbestandteil einer üblichen Cholesterinmessung. Viele Menschen wissen daher nicht, dass ihr Wert erhöht ist. Dieses „unerkannt erhöhte Risiko“ bedeutet, dass selbst Menschen mit gesundem Lebensstil und normalen Laborwerten ein erhöhtes Herz- oder Gefäßrisiko haben können.
Wann und bei wem sollte Lp(a) getestet werden?

Ein einfacher Bluttest – meist nur einmal im Leben notwendig – kann Ihren Lp(a)-Wert bestimmen und zeigen, ob Sie ein genetisch bedingtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen tragen. Ein Test ist besonders wichtig für Menschen, die:
- Eine familiäre Vorgeschichte mit frühen Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben (vor dem 55. Lebensjahr bei Männern oder vor dem 65. Lebensjahr bei Frauen).
- Herz- oder Gefäßprobleme hatten, obwohl ihr Cholesterin normal war.
- Mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes leben, was das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belastet.
- Sehr hohe LDL-Cholesterinwerte oder eine familiäre Hypercholesterinämie (FH) haben – die Kombination aus hohem LDL und hohem Lp(a) verstärkt das Risiko deutlich.
- Ihr genetisches Risikoprofil verstehen und frühzeitig vorbeugen möchten.
Weil Ihr Lp(a)-Wert genetisch festgelegt ist und sich kaum verändert, reicht in der Regel ein Bluttest aus, um das Lebenszeitrisiko einzuschätzen.
Warum es wichtig ist, den eigenen Lp(a)-Wert zu kennen
Frühes Wissen ermöglicht Ihnen und Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gezielte Vorsorge – von einer individuell angepassten Cholesterinsenkung bis hin zu einer engmaschigeren Kontrolle von Herz und Gefäßen. Ein erhöhter Lp(a)-Wert kann außerdem Anlass sein, Familienmitglieder zu testen, da Lp(a) häufig in Familien gehäuft auftritt.
Wenn Sie Ihren Lp(a)-Wert kennen, gewinnen Sie wertvolle Einblicke in Ihr persönliches Herz-Kreislauf-Risiko – und können handeln, bevor Probleme entstehen. Ein einfacher Test kann einen lebenslangen Unterschied machen.
Quellen
Wissenschaftliche Quellen und medizinische Referenzen. Die Informationen auf dieser Seite zu Lipoprotein(a), genetischem kardiovaskulärem Risiko und Herzgesundheit basieren auf den folgenden verlässlichen Quellen:
European Atherosclerosis Society (EAS).
Lipoprotein(a) Consensus Statement (2022).
Europäischer Konsens zu genetischer Bestimmung, lebenslanger Stabilität und klinischer Bedeutung von Lp(a).
https://eas-society.org/page/lipoproteina-consensus-2022/European Heart Journal.
Lipoprotein(a) in atherosclerotic cardiovascular disease and aortic stenosis: a European Atherosclerosis Society consensus statement.
Originalpublikation im European Heart Journal (Volltextseite beim Verlag).
https://academic.oup.com/eurheartj/article/43/39/3925/6670882Circulation (American Heart Association).
Lipoprotein(a) as a Pharmacological Target.
Fachartikel zur Rolle von Lp(a) als Risikofaktor und zu neuen Therapieansätzen.
https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/CIRCULATIONAHA.124.069210British Heart Foundation (BHF).
High lipoprotein(a).
Patientenfreundliche Erklärung zu Vererbung, Risiken und Testempfehlungen.
https://www.bhf.org.uk/informationsupport/risk-factors/lipoprotein-a
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